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Nahrungsmittelallergien/Unverträglichkeiten
Umgangssprachlich werden die Begriffe Nahrungsmittelallergie und Unverträglichkeit meist synonym verwendet und auch wenn die Symptome teilweise ähnlich sind, werden im Körper doch grundverschiedene Mechanismen angesprochen. Die Unverträglichkeit ist die Unfähigkeit des Körpers, ein bestimmtes Nahrungsmittel aufzuspalten und zu verdauen. Eine sehr bekannte Unverträglichkeit ist die Laktoseunverträglichkeit. Produziert der Körper keine oder wenig Laktase, das Enzym zur Aufspaltung des Milchzuckers, gelangt die Laktose unverdaut in den Dickdarm, anstatt im Dünndarm resorbiert und verstoffwechselt zu werden. Hier wird die Laktose dann zu Milchsäure, Essigsäure und Methan vergärt, was wiederum zu dem für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit typischen Blähbauch führt. Theoretisch kann man gegen jeden Nahrungsbestandteil eine Unverträglichkeit entwickeln.
Die Nahrungsmittelallergie hingegen ist eine Immunreaktion, bei der die körpereigene Abwehr, ähnlich wie beim Heuschnupfen, ein harmloses Eiweiß als Feind erkennt und eine Immunreaktion in Gang setzt, die neben Verdauungsbeschwerden auch zu Ekzemen, Nesselsucht und anderen Symptomen führen kann. Dies geschieht häufig zeitverzögert und ist deshalb schwer nachvollziehbar.
In beiden Fällen treten oft undifferenzierte Beschwerden, wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit, aber auch leichte Depressionen etc. auf, die scheinbar nichts mit der Verdauung zu tun haben. Ist der Körper aber ständig mit Stoffen konfrontiert, die er nicht abbauen, bzw. gegen die er eine Immunreaktion produziert, kann dies Auswirkungen auf das gesamte System haben. Klar ist, dass die Mehrenergie die bei der Verdauung aufgewandt wird, an anderer Stelle fehlt. Dass aber eine ständige Entzündung im Darm, wie sie durch Unverträglichkeiten und Allergien gleichermaßen verursacht werden kann, zu Depressionen führen kann, weil der Körper den Stoff L-Tryptophan, welcher eigentlich für einen balancierten Serotoninspiegel gebraucht wird, für die Immunreaktion verbraucht wird, ist erst seit neuem bekannt.
Eine Nahrungsmittelallergie bzw. Unverträglichkeit festzustellen, gestaltet sich oft schwierig. Ein Teil des Diagnoseverfahrens lässt sich aber in Eigenregie durchführen. Hierzu muss man für mind. 4-6 Wochen eine einfache, möglichst natürliche Kost zu sich nehmen. Am besten ohne Milch und Weizenprodukte, da diese die meisten Unverträglichkeiten verursachen. Wenn man sich in dieser Zeit bereits besser fühlt, bzw. Symptome verschwinden, kann man davon ausgehen, auf dem richtigen Weg zu sein. Nach 4-6 Wochen macht man einen Toleranztest, d.h. man nimmt von einem in Verdacht stehenden Lebensmittel eine größere Menge zu sich. Sind nach einigen Tagen keinerlei Symptome aufgetreten, wiederholt man diesen Test erneut. So geht man alle in Verdacht stehenden Nahrungsmittel durch, bis Beschwerden auftreten. Dieser Test ist relativ einfach, zählt aber, neben verschiedenen Laboruntersuchungen, zu den aussagekräftigsten und am meisten verwandten in der Abklärung von Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten. Bei bekannter, starker Allergieneigung ist natürlich von diesem Test abzuraten, da es im Zweifel zu einem allergischen Schock kommen kann.
05.05.2010 - 15:14:29
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